Es ist wieder diese Zeit im Jahr: Das Hamburger Wetter driftet routiniert ins Arschkalt-Nassgraue, der Frühling ist noch maximal außer Sicht, die Ebbe wird bei völliger Dunkelheit von der Flut abgelöst, und Oliver Driesen liest „total lokal“.

Nämlich noch diese Woche, am Freitag, dem 30. Januar, um 19.30 Uhr im Friseursalon von Frau Schmidt (Washingtonallee 20, 22111 Hamburg). Gastgeberinnen sind neben der begnadeten Coiffeurin Jessica Schmidt die beiden Kultur-Missionarinnen Lisa Kruse und Sabine Finne von der Horner Freiheit e. V.

Zum Vortrag gelangen TWASBO-Texte, die sich mit den (übersichtlichen) Attraktionen meines entschleunigten Arbeiter- und Bauernparadieses Hamburg-Hamm befassen. Ich schlendere quasi als literarischer Flaneur durch mein Quartier, das Tür an Tür mit dem ebenso privilegierten Hamburg-Horn liegt, wo sich besagter Salon befindet. „Hamm und Horn“, heißt es ja im Volksmund, „schuf Gott im Zorn.“ Je nach Pegelstand wahlweise auch „… wir trinken Korn!“ Mag aber sein, dass sogar über den Tellerrand des Stadtteilgeschehens hinausgelesen wird – und falls die Technik mitspielt: wieder mit zahlreichen, meist mehrfarbigen Abbildungen.

Diese Lesung findet wieder zum sozialistischen Sozialtarif von 2,50 € statt – übrigens immer noch derselbe Eintrittspreis wie vor Corona. Allerdings haben die Behörden die Platzzahl im Salon auf 2.500 begrenzt, frühzeitiges Erscheinen (ab 19 Uhr) ist daher angeraten.

Centstücke, die sich anschließend im Klingelbeutel wiederfinden sollten, gehen nicht an meinen Beichtvater, sondern umstandslos an mich. Weitersagen!