In Gedanken bei den Familien im Iran

An diesem schwarzen, schwarzen Tag,
an dem Israel und die USA die Familien im Iran
mit Marschflugkörpern weckten
und Tausende keinen Morgen mehr sehen werden,
an diesem finsteren Tag,
der ebenso finsteren Mächten gehört,
die nicht einmal mehr lügen zu müssen glauben,
um ihre Blutlust zu verschleiern,
an diesem todtraurigen Tag,
an dem das Imperium der Gier
den Völkern der Welt für immer
sein unmaskiertes Gesicht zu zeigen entschied,
an diesem Tag wollte der Zufall,
dass in meinem noch nicht von Raketen
und Drohnen besuchten Winkel der Welt
für einen Nachmittag ein Repair Café öffnete.
Dort wurde ich Zeuge,
wie Menschen ohne Macht und Gier
sich liebevoll alter Geräte annahmen,
kunstvoll ihre Werkzeuge ansetzten,
geduldig Kabel und Zahnräder freilegten
oder Nähte an Stoffbahnen anbrachten,
einfach so, unbezahlt,
aus Freundlichkeit, Menschlichkeit,
stiller Leidenschaft für das Gute und Schöne.
Wie ich diesen Könnern und Heilmachern zusah,
die unserer alten elektrischen Brotschneidemaschine
ein zweites Leben schenkten,
während zeitgleich im Süden die Epstein-Klasse
über die alte Kulturnation Persien herfiel,
da waren sie es, die eine winzige Hoffnung in Szene setzten,
dass Heilung für die Wunden der Welt
immer noch vorstellbar ist
trotz allem.
Und ich bitte um Nachsicht:
Mehr habe ich heute nicht.


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